KLAVIERABEND

Paul Gulda
„Johann Sebastian Bach: Das Wohltemperierte Klavier, Band I“

Beginn:

Samstag, 27.01.2018 | 20:00

KLAVIERABEND

Foto: Julia Grandegger

„Das Wohltemperierte Klavier“ ist eine Sammlung von Präludien und Fugen für ein Tasteninstrument von Johann Sebastian Bach in zwei Teilen. Teil I stellte er 1722, Teil II 1740/42 fertig. Jeder Teil enthält 24 Satzpaare aus je einem Präludium und einer Fuge in allen Dur- und Molltonarten, chromatisch aufsteigend angeordnet von C-Dur bis h-Moll. 

Das Werk, das Hans von Bülow als das Alte Testament des Klavierspiels bezeichnet hat, wurde zu einer Zeit komponiert, als der moderne Flügel für den Konzertsaal noch nicht erfunden war. J. S. Bach schrieb dieses musikalisches Meister­werk, dem ein genialer intellektueller Überbau zugrunde liegt, „als Lehrwerk und zum Zeitvertreib“. Gespielt wurde es am Cembalo, auf dem Clavichord, ja sogar auf der Orgel. 

Paul Gulda über seine Auseinandersetzung mit dem „Wohltemperierten Klavier“ (WTK) :

„Diese Musik hat mir als 12-Jährigem einen unauslöschlichen Eindruck bereitet, als ich erlebte, wie sie meinen Vater beschäftigte. Seit etwa 15 Jahren erfüllt sie mich in der aktiven Erarbeitung mit immer noch wachsender Begeisterung. Ich spiele sie am Flügel, Cembalo, Clavichord, Keyboard – und nie hören die Stücke auf, mir neue Dimensionen an Tiefe und Dichte des Hörens zu erschließen.

Unerschöpflich ist Bachs Fantasie bei damals neuen Spiel­mustern für das Tasteninstrument, nie gleicht eine Fuge im Aufbau einer anderen. Geheimnisvolle Beziehungen bestehen zwischen Präludium und Fuge, zwischen Dur- und Moll- Paarungen, Fäden und Querverbindungen spannen sich durch das ganze Opus.

Viele der damals in Europa gängigen Stile sind Bach geläufig, Invention, Ricercar, Allemande, Rigaudon, Polacca … Das WTK ist Lehrwerk am Instrument und in puncto Komposition, und gleichzeitig eine Zusammenschau dessen, was in dieser Zeit stilistisch und am „Clavier“ (Bachs Lieblingsinstrument war eigentlich das kleine, intime Clavichord) möglich ist.  

Und hinter all dem wird noch die große Dimension hörbar und spürbar: wie Musik die Welt, die Schöpfung, unser Leben in der Conditio Humana, in allen Höhen und Tiefen beschreiben und ausloten kann. Für mich ist das WTK ein Mikrokosmos, eine Hilfe beim Erdenken und Erarbeiten des guten Lebens. 

Ich habe den Wunsch, mit diesem Konzert den Hörern zwei Stunden der Stärkung, der Bestärkung auf der inneren Reise, zu bereiten. Und es ist ein besondere Fügung, dass ich diese Aufgabe zum ersten Mal an Mozarts Geburtstag, der der Todestag meines Vaters ist, unternehme. 

Ich freue mich auf diesen feierlichen Abend.“

Paul Gulda: geboren 1961 in Wien, Klavierspiel seit dem 8. Lebensjahr (Fritz Pauer, Roland Batik; u.a. Improvi­sa­tions­unterricht), ab dem 15. Lebensjahr bei seinem Vater Friedrich Gulda. Rund 30 CD-Veröffentlichungen verschiedener Rich­tun­gen beweisen seine vielfältigen musikalischen Interessen. 

Paul Gulda zählt zu den langjährigen Wegbegleitern und Freunden des Kulturvereins. Er war als Solist, als Kammer­musiker und mit seinen Konzertprojekten „Haydn alla Zingarese“ sowie „Roma-Rhapsody“ (Franz Liszt und die Zigeunermusik) in Goldegg zu erleben. 

Genre:

Kultur

Eintritt:

16
14 (Mitglieder, Ö1)
8 (Jugend unter 18)