FILM / LIVE-MUSIK / LITERATUR

„Amoki/Amok, zakon i dolg“
UdSSR 1927, Stummfilm, 70 min

Beginn:

Mittwoch, 29.09.2021 | 20:00

FILM / LIVE-MUSIK / LITERATUR

Foto: Eva Alteneder

Ein multimedialer Film-Abend mit Klemens Renoldner (Rezitation) und Gerhard Pirklbauer am Klavier.

Die Novelle Der Amokläufer von Stefan Zweig aus dem Jahr 1922 ist die Basis für den russischen Stummfilm Amoki.

Die Handlung: Ein Ich-Erzähler berichtet von einer nächtlichen Begegnung auf dem Deck eines Überseedampfers auf der Fahrt von Kalkutta nach Neapel. Ein Arzt in Nieder­ländisch-Indien hatte Folgendes erlebt: eine hochmütige Engländerin hatte ihn um eine diskrete Ab­treibung gebeten. Er verlangte für seinen Dienst eine Liebesnacht, die verächtlich abgelehnt wurde. Gefesselt von einer plötzlichen Leidenschaft bedrängte er die Hilfesuchende, was er selbst in Analogie zu einem Amoklauf beschreibt. …

Kurz vor ihrem Tod kontaktiert diese Frau den Arzt. Sie hat die Abtreibung von einer Heilerin vornehmen lassen, liegt nun aber im Sterben. Der Arzt gibt ihr das Versprechen, dass niemand von ihrer außer­ehelichen Schwangerschaft erfahren werde. Er selbst gibt seine Existenz auf und verlässt das Land mit jenem Schiff, auf dem er dem Ich-Erzähler begegnet und auf dem sich auch der Sarg der Frau sowie ihr Ehemann befinden. 

Nach der Ankunft in Neapel liest der Ich-Erzähler in der Zeitung von einem vermeintlichen Unfall: Ein Mann hat sich beim Entladen des Schiffes vom Deck auf einen Sarg gestürzt und ihn mit sich in die Tiefe gerissen.

Klemens Renoldner (*1953) war von 2008–2018 Direktor des Stefan Zweig Zentrums der Universität Salzburg. Davor arbeitete er u.a. als Dramaturg am Burgtheater in Wien und als Chefdramaturg der Wiener Festwochen. 

Er veröffentlichte Erzählungen, Theaterstücke und zahlreiche literaturwissenschaftliche Editionen. Im Sonderzahl-Verlag Wien erschien 2016 der Prosaband Der Weisheit letzter Schuss. Von wankelmütigen Weltbürgern, fadenscheinigen Biotopen und gutartigen Bühnenschönheiten. 


Gerhard Pirklbauer
(*1954 in Salzburg) war als Jugendlicher Gitarrist und begeisterter Fan der Beatles, bevor sich sein Interesse auf improvisierte Musik und den Jazz richtete.

Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Salzburg sowie Komposition bei Helmut Eder und Dirigieren bei Gerhard Wimberger am Mozarteum. Ab 1983 unterrrichtete er Tonsatz am Mozarteum, 2000 wurde er Professor für Tonsatz. 

Neben seiner Beschäftigung mit Pop, Jazz und afrikanischer Musik tritt er auch als Klavierbegleiter bei Lieder-, Gospel- und Spiritual-Abenden und Kabarettprogrammen auf.

Stefan Zweig, 1881 in Wien, geboren, wurde mit einer Arbeit über „Die Ursprünge des zeitgenössischen Frankreich“ 1904 in Wien zum Dr. phil. promoviert. Mit seinen Novellen („Stern­stunden der Menschheit“, „Schachnovelle“) und Biografien („Maria Stuart“, „Marie Antonette“) wurde er weltberühmt. 1934 flüchtete er vor den National­sozialisten nach London - und schied 1942 im brasilianischen Petropolis mit seiner zweiten Frau Lotte freiwillig aus dem Leben.

Genre:

Kultur

Eintritt:

14
12 (Mitglieder, Ö1)
7 (Jugend unter 18)