EINFÜHRUNGSSEMINARE

Die Einführungsseminare finden zeitgleich statt. Bitte melden Sie sich zu EINEM Seminar an und geben Sie Ihre alternativen Wahlmöglichkeiten bekannt, sollte Ihr Wunschseminar schon ausgebucht sein.

Hier gehts zur Anmeldung.

ES 1: Fürsorge für andere und Selbstfürsorge in Balance: Vom Gesundbleiben in medizinischen und pädagogischen Berufen

Leitung: Joachim BAUER
Hinweis: Halbtagesseminar: 13 - 17 Uhr

Berufe, in denen Menschen Dienst an anderen leisten, können besonders erfüllend sein, aber auch besondere Gefahren für die Gesundheit mit sich bringen. Menschen sind Beziehungswesen, das menschliche Gehirn ist ein „social brain" (siehe Joachim Bauer: „Prinzip Menschlichkeit"; „Wie wir werden, wer wir sind"; „Arbeit - Wie sie uns glücklich oder krank macht"). Daher gelingt das Erleben von Erfüllung und die Bewahrung der eigenen Gesundheit vor allem dort, wo Dienstleistende mit denen, für die sie arbeiten, eine gelingende Arbeitsbeziehung gestalten können.

Andernfalls ist nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten gefährdet, auch die Arbeitsergebnisse sind dann beeinträchtigt: Im Bereich der Medizin leidet die Genesung der Kranken, im Bereich der Pädagogik die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Gründe für Störungen können in den Arbeitsbedingungen liegen (z. B. Kosten- und Zeitdruck, schlechte Führung), aber auch dadurch bedingt sein, dass Beschäftigte zu wenig auf sich achten und mit ihren seelischen Ressourcen nicht gut haushalten.


ES 2: Das trau ich Dir zu! Wie wir für uns und andere eine Sprache der Ermutigung finden.

Leitung: Susanne POINTNER

In einer funktionalisierten, auf Selbstoptimierung ausgerichteten Welt ist es eine Herausforderung, aufrichtige Wertschätzung für sich und andere zu kultivieren und in den Ausdruck zu bringen. Manipulatives Lob, das mit versteckten Leistungsappellen verknüpft ist, schreckt ebenso ab wie gleichgültige Selbstverständlichkeit oder kühle Abwertung.

Oft möchten wir den anderen fördern, rutschen aber unbemerkt in eine ängstliche oder abwertende Haltung. Auch im inneren Dialog fällt es manchmal schwer, Zuspruch mit konstruktiver Kritik gut zu vereinen.

Wir erreichen einander, wenn es gelingt, etwas Wesentliches im anderen zu berühren. Dadurch können wir den anderen – Partner, Kinder, KollegInnen - in der Entwicklung fördern und im ganz persönlichen Potential inspirieren. Im Workshop wollen wir durch Input, Austausch und Übungen unsere sprachliches Inventar sowie die dahinterliegenden Haltungen betrachten und verstehen, sowie unsere Fähigkeit zur Ermutigung verfeinern und erweitern.


ES 3: Stark und positiv: 10 Wege, um Herausforderungen zu meistern

Leitung: Philip STREIT

Die Bewältigung schwieriger Herausforderungen braucht zwei Grundhaltungen: Erstens eine Haltung der Zuversicht und Positivität, zweitens eine Haltung der Widerständigkeit und Beharrlichkeit. Ersteres leitet sich aus den Erkenntnissen der Positiven Psychologie nach Martin Seligman ab, zweiteres aus dem Modell der Neuen Autorität von Haim Omer. Hier werden beide Haltungen zu einem „Stark und Positiv“-Modell verknüpft und daraus 10 Interventionen entwickelt. Sie werden Schritt für Schritt anhand von praktischen Beispielen durchgearbeitet und geübt.

Den TeilnehmerInnen steht nach dem Workshop ein vielfältiger Werkzeugkoffer basierend auf den Grundhaltungen „Positivität und Widerstand“ zur Verfügung. „Stark und Positiv“-Interventionen sind im familiären, schulischen, institutionellen und im Unternehmungskontext anwendbar.

ES 4: Was tun? Existenzielle Navigation in krisenhaften Zeiten oder vom guten Leben vor dem Tod.

Leitung: Ariadne VON SCHIRACH

Angesichts globaler Umbrüche und ökologischer Krisensituationen stellt sich die Frage nach dem guten Leben und Zusammenleben mit neuer Dringlichkeit. Denn es gilt nicht nur zu verzichten, sondern auch zu genießen. 

Dass es schön ist, dass jeder und jede Einzelne hier ist, scheint fast ketzerisch in einer Zeit berechtigter kollektiver Schuldgefühle. Und doch liegt gerade in dieser Daseinsfreude die Kraft, sich den gegenwärtigen Herausforderungen ebenso heiter wie unerbittlich zu stellen. Zugleich ist es fruchtbar, zu unseren eigenen Wurzeln zurückzukehren und dadurch auf anderen Wegen in der Gegenwart anzukommen: nicht als jenseitstrunkene Platoniker, sondern als fröhliche Epikureer. Dessen radikal diesseitig orientierte „Philosophie der Freude“ inklusive seines jahrhundertelang als bloße „Genusssucht“ verunglimpften Hedonismus ist bei genauer Betrachtung eine weise Philosophie des rechten Maßes, eine Anleitung zu einem nachhaltigen, achtsamen und vergnügten Leben. 

Mit Epikurs selbstverantwortlichem und an der Gemeinschaft von Freien und Gleichberechtigten orientiertem Denken beginnt die europäische Aufklärung, deren politisches und kulturelles Erbe wir Heutigen bewusst anzutreten haben. Doch da Zukunft sich nur gemeinsam denken lässt, wollen wir uns an diesem Tag nicht nur von Epikur, sondern auch voneinander inspirieren lassen.