38. GOLDEGGER DIALOGE

Gesundheit ist lernbar

19. bis 22. Juni 2019


Vom Begehren, der Gier und dem Glück

Das männliche Begehren ist derzeit nicht gut beleumundet. #MeToo hat es in den letzten Jahren in ein Eck gerückt, das diesen wichtigen menschlichen Antrieb vorwiegend negativ besetzt. Das weibliche Begehren kommt in der Öffentlichkeit so gut wie nicht vor.

Das Wort „begehren” wird im deutschen Sprachgebrauch nicht selten der „Begierde” gleichgestellt. Aber man könnte es auch unterscheiden: Begehren im Sinn von „ehren” hat mit Verlangen nach dem anderen zu tun. Be-Gierde hat mit Gier zu tun. Bei der Begierde befindet man sich in der Logik des Nehmens, beim Begehren in der Logik des Gebens.

Die Philosophin Svenja Flaßpöhler diagnostiziert in ihrem jüngsten Buch „Die potente Frau”, dass Frauen sich in der #MeToo-Debatte, die ja vom unerwünschten und übergriffigen männlichen Begehren geprägt ist, eine rein passive Rolle zuschreiben und stellt fest, dass wir dabei gar nichts über das Begehren der Frau erfahren. Gefordert aber sei ein Wandel jener althergebrachten Begehrensökonomie, bei der im Zentrum des Geschlechterverhältnisses der allmächtige Phallus stehe... Wie das aussehen kann, wird Svenja Flaßpöhler in Goldegg erläutern.

In enger sprachlicher Verbindung mit dem Begehren und der Begierde steht die Gier - ein Motor unseres derzeitigen Wirtschaftsmodells. Der Ökonom und Glücksforscher Mathias Binswanger beschreibt in seinem Buch „Tretmühlen des Glücks” die Gier nach immer mehr als die Triebfeder unserer westlichen Gesellschaft. Und der bekannte Theologe und Friedensaktivist Friedrich Schorlemmer meint, dass Gier unfähig mache zum Genießen, den Blick verenge und das Herz verhärte. Glück aber sei Freude, Vitalität, innere Freiheit und Weite. Gier will haben, Glück will sein.

Während wir im Westen das Begehren als etwas Notwendiges und Positives ansehen, erkennen Buddhisten im Begehren die Wurzel allen Leids.

Bei den 38. GOLDEGGER DIALOGEN wollen wir das Begehren als eine wichtige Triebkraft unseres Lebens von vielen Seiten beleuchten und Wege aufzeigen, die Gier zu überwinden, um mehr Glück und Sinn zu finden.

ReferentInnen bei den 38. Goldegger Dialogen vom 19. - 22. Juni 2019 sind:
die Berliner Philosophin SVENJA FLASSPÖHLER, die bekannte Sexualtherapeutin ELIA BRAGAGNA, Traumaexperte FRANZ RUPPERT, Glücksforscher MATHIAS BINSWANGER, Buddhismus-Experte PETER RIEDL, der Arzt und Therapeut MICHAEL LEHOFER u.v.a.

Detailprogramm ab März 2019