AUSSTELLUNG

"Heimatkunde"

Beginn:

Samstag, 29.04.2017 | 19:00

Ende:

bis Sonntag, 11.06.2017 | 18:00

AUSSTELLUNG

Filmstill aus „Rosa coeli” © Josef Dabernig

Ein Ausstellungsprojekt mit Josef Dabernig, Thomas Hörl, Andrew Phelps und Timm Ulrichs sowie einigen Exponaten aus dem Heimatmuseum Schloss Goldegg

Was ist das: Heimat? Wo beginnt die Heimat, wo endet sie? Ist Heimat ident mit daheim

Was Menschen als Heimat empfinden oder als ihre definieren, ist individuell unterschiedlich – aber zweifellos braucht es eine Heimat. Heimat ist Synonym für Sicherheit und Geborgenheit, mit der Heimat verbindet man Gedanken, Stimmungen und Gerüche, gute Erinnerungen und Enttäuschungen. Die Heimat ist mitunter der Ort der Kindheit, jene Gegend, in der man groß geworden ist. In Zeiten, in denen Menschen auf der Flucht sind, weil sie ihre Heimat verlassen mussten, entsteht eine neue Sehnsucht nach einem Ort, an dem man daheim ist, sich zuhause fühlt. Jedoch: Heimat als den geografisch zuordenbaren Ort der Geburt zu verstehen, an dem Identität, Charakter, Mentalität und die ganz persönliche Weltauffassung geprägt wurden, scheint nicht mehr grundsätzlich brauchbar zu sein. 

Im Film „Rosa coeli“ von Josef Dabernig begibt sich ein Mann an den Ort seiner Kindheit, in ein mährisches Dorf, um den Vater zu beerdigen. Erinnerungen werden wach, scheinbar längst Vergessenes ist plötzlich präsent. Die Bilder, die im Film zu sehen sind, sind jedoch ohne jede Attraktivität. Die Atmosphäre: rätselhaft. Das also war meine Heimat?, scheint sich der Protagonist zuzuflüstern, der aus dem Off über Menschen und Natur, vom Niedergang des Klosters Rosa coeli und von der heilsamen Wirkung des Weines erzählt.

Was wäre Heimat ohne die vertrauten Riten und Bräuche! Auch wenn man sie nicht mehr pflegt oder sie sich verändert haben, sind sie Teil unseres Innenlebens. In seinem 2-Jahres-Projekt „Matthias tanzt“, das 2015 im Salzburger Kunstverein begann und im Februar 2017 im Wiener Volkskundemuseum einen vorläufigen Schluss fand, beschäftigte sich Thomas Hörl mit den Tresterern.

Seit 1989 lebt der in Arizona, USA, aufgewachsene Fotograf  Andrew Phelps in Salzburg. In seinen Bilderserien geht es immer wieder um die Lebensumstände von Menschen, um die Frage, wo sie daheim sind, wie sich ihr häusliches Umfeld ändert und was aus dem American Way of Life geworden ist. In seinem letzten Buch Cubic Feet/Sec kehrt er in die Zeit seiner Kindheit und die für ihn so aufregenden Grand Canyon-Rafting Touren zurück. 

Die 50-teilige Serie „Die Welt im Wohnzimmer: Das Fern­seh­gerät als Sockel und Hausaltar“ von Timm Ulrichs setzt die kleinste Einheit von Heimat, nämlich das Wohnzimmer, und dessen wichtigstes Stück, den Fernseher, in Szene. 

Und die reizvollen Exponate des 19. Jahrhunderts aus dem Goldegger Heimatmuseum erinnern an die Zeit, als über die Heimat noch Konsens herrschte: was Heimat ist, wusste man damals.      Heinz Kaiser

Eröffnung: Samstag, 29. April 2016, 19 Uhr

geöffnet: 30. April bis 14. Mai und  28. Mai bis 11. Juni
(jeweils Fr, Sa, So 15 bis 18 Uhr und auf Anfrage)

Genre:

Kultur