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42. GOLDEGGER DIALOGE | 29. Mai – 01. Juni 2024

Demut. Eine stille Kraft.

„Es ist gut, wenn wir uns erinnern, dass das Universum - mit einer kleinen, unscheinbaren Ausnahme – sich aus den anderen zusammensetzt.“ (O. Wendell Holmes, US-amerikanischer Arzt und Essayist,1809-1894)

Die Sozialpsychologin Pelin Kesebir sieht in der Demut das Fundament dauerhaften Glücks. Sie definiert Demut als „das Vermögen, sich selbst adäquat einzuschätzen und mit diesem Bild von sich einverstanden zu sein.“  Das bedeutet, die eigenen Grenzen, Schwächen, aber auch Stärken und Verantwortungen zu kennen und anzunehmen.

Wenn wir uns selbst akzeptieren, brauchen wir nicht so viel Energie, um ein bestimmtes Bild von uns aufrechtzuerhalten. Demut zerstört also manche Illusion, nimmt uns Stolz und Hochmut. Das kann ernüchternd sein, aber anders als Bescheidenheit gibt uns Demut auch etwas zurück; zum einen Wahrheiten, zum anderen Verbundenheit.

Der deutsche Psychiater und Jesuit Eckhard Frick verweist auf die lateinische Wurzel des Wortes „humility“ (engl. für Demut), das auf Humus – Erde zurückzuführen ist. Uns als Teil dieser Erde zu erleben, lässt uns von Grenzenlosigkeit und Hochmut absehen und erdet uns.

Es scheint an der leistungsorientierten, dem Kapitalismus hörigen Lebensweise unserer Gesellschaft zu liegen, dass die Demut im Alltag wenig Platz findet. In den letzten Jahrzehnten haben Narzissmus, Anspruchs- oder Konkurrenzdenken zugenommen…

Die polnische Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk schreibt von der „Notwendigkeit, den menschlichen Ort in der Welt neu zu bestimmen und uns einzuüben in ein ex-zentrisches Denken, das das komplexe und verletzliche Zusammenwirken aller Organismen anerkennt.“ An diesem Denken zu arbeiten, scheint ihr lohnend - könnte man das als Demut bezeichnen?

Die Ethnologin Christina Kessler platziert die Tugend der Demut genau in der Mitte ihrer 33 Herzensqualitäten. Sie sei, so Kessler, Dreh– und Angelpunkt der geistigen Transformation.

Wie lässt sich Demut kultivieren? Durch Übungen der Dankbarkeit, durch Rituale und Achtsamkeitspraktiken, aber auch durch Ehrfurcht, deren Quelle Schönheit sein kann.

Zu diesen Herausforderungen und Chancen gibt es bei den 42. GOLDEGGER DIALOGEN vom 29. Mai bis 1. Juni 2024 Vorträge, Gespräche und Workshops.

Beiträge zum Thema von Reimer Gronemeyer, Lisz Hirn, Christina Kessler, Joachim Bauer, Bärbel Wardetzki uvm.

Das Detailprogramm finden Sie im Frühjahr online!

Cyriak Schwaighofer
Maria Schwaighofer

 

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