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MUSIK & LITERATUR

Donnerstag, 05.01.2023 | 20:00 Uhr

„Gedankenfontänen"

Bodo Hell an den Stimmbändern & Georg Vogl am Claviton

Eine Musiktext-Performance von und mit 2 Begeisterten, denen die Vertiefung von SinnesEindrücken, Ausdrucksmöglichkeiten und aktualisierten Traditionen ein nicht zu stillendes Bedürfnis und quasi lebensimmanent ist: diese beiden Aficionados, ob jünger ob älter, bringen in Wort, Gesang und Ton eine rhythmusreiche Live-Performance zu Gehör, welche viele Sinne anspricht, möglicherweise sogar den 6. Sinn des in der SchloßKemenate versammelten Auditoriums: es könnte um Alte Liebe gehen, vielleicht um Amor und Psyche, gewiß aber um begabte Bäume (und seien es dichte Krummholzkiefern), um die Farbe Rostrot, möglicherweise auch um ZiegenEigensinn (Kapriziöses mitgarantiert), bestimmt aber um die 5 VokalDevise AEIOU und ihre offenen Geheimnisse ... das gemeinsame Durcharbeiten der hellschen Litaneien, Kaskaden, Sequenzen (in Duos und Unisonos) hat die Vorab-Probenarbeit in Georg Vogels Musikinstrumentenwerkstatt mitbestimmt, nicht zuletzt das sogenannte Vokalsingen, nämlich die Umwandlung von Texten in Töne (einerseits nach der mündlichen Aussprache, andererseits nach der Niederschrift entwickelt), merkwürdig: so wie die Kurrentschrift 31 Buchstaben hat/hat auch die Vogelsche Mehrfachtastatur 31 Teiltöne pro Oktave, welche der Pianist langfingerig auf seinem umgebauten Clavichord (eben Claviton) konzentriert wie spielerisch bewältigt (man sollte sich sein durchgängig dicht gezeichnetes Fingersatzband zum jeweiligen Stück ruhig bei Gelegenheit zu Gemüte führen)

zu Vogel und zu Hell, kommt hin und hört sie schnell

 

Clavichord
Das Clavichord ist vermutlich das älteste Tasteninstrument mit Saiten (lat. clavis = Taste und chorda = Saite). Im Gegensatz zum Cembalo, bei dem die Saiten mit einem Federkiel oder einem Plektrum aus Metall, Leder oder Kunststoff angezupft werden bzw. zum Hammerklavier, bei dem die Saiten mittels Hämmern angeschlagen werden, erfolgt beim Clavichord die Tonerzeugung mittels eines Plättchen aus gehämmertem Messing- oder Eisenblech, das am Hinterende der Taste angebracht ist. Dieses Plättchen berührt beim Betätigen der Taste die Saite und versetzt sie in Schwingung.
Aus raffiniert technischen Gründen kann nicht nur laut und leise gespielt werden – der Ton kann auch „moduliert“ werden: ein Vibrato ist möglich!

Claviton
Das barocke Clavichord war sein Vorbild. Claviton nennt Georg Vogel sein selbstgebautes und hochpräzises, elektroakustisches Tasteninstrument mit 31 Tönen pro Oktave – im Gegensatz zur klassischen Tonleiter, in der es nur Ganz- und Halbtonschritte (c,cis, d, dis, e, f, fis, g, gis, a, ais, h, c) gibt.

Georg Vogel
Tasteninstrumentalist, Komponist und Instrumentenbauer – Georg Vogel, 1988 in Salzburg geboren, Jahresstipendiat für Musik 2019 des Landes Salzburg. „Er entzieht sich oftmals herkömm-
l­ichen Stildefinitionen­ und­ bewegt­ sich ­in­ traditionellen ­Musikformen genauso virtuos wie im experimentellen und zeitgenössischen Kontext. Gerade in der Erweiterung des rhythmischen Spektrums und dem improvisatorischen Umgang mit diesem ist Georg Vogel eine Ausnahmestellung unter den Pianisten einzuräumen.“
(Andreas Waelti)
„ ... ein schummriger Musikkosmos, dessen Akkorde, Motive und Linien geheimnisvolle Ambivalenz ausstrahlen. Plaudert man mit Vogel über die Idee zu seinem System, beginnt er bei den antiken Griechen, erzählt von Naturtonreihen, Oktaven und Quinten, geht weiter ins 15. Jahrhundert und kommt schließlich zu seiner Tastenerfindung:­ dem­ Claviton!“­ (Der­ Standard, Ljubiša Tošić)
Georg Vogel spielt in unterschiedlichen Formationen mit Größen wie Gerald Preinfalk, arbeitet u.a. mit Wolfgang Mitterer zusammen, tritt im Porgy & Bess oder beim Jazzfestival in Saalfelden auf, präsentierte sich 2021 in Goldegg als Komponist und Pianist – und ist ein idealer Partner für Bodo Hell.

Bodo Hell
Spätestens seit dem ausufernden Geburtstagsfest zu seinem 60er – das schon unglaubliche 20 Jahre her ist! – ist Bodo Hell ein Wegbegleiter des Kulturvereins SCHLOSS GOLDEGG, der immer wieder und mit unterschiedlichen Bühnenpartnerinnen in Goldegg seine verblüffenden Sprachspiele (festhaltend an der alten Rechtschreibung) präsentiert.

Karten:

14
12 (Mitglieder, Ö1)
7 (Jugend unter 18)

  • „Gedankenfontänen"-
    Foto: Marie Jecel
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